2026

Lichtschutz für die historische Panoramatapete

Im Jagdstüble von Schloss Dätzingen befindet sich die Panoramatapete La chasse de Compiègne aus dem Jahr 1812, gefertigt von der renommierten Pariser Manufaktur Jacquemart et Bénard


Die 14 Meter lange und 2,65 Meter hohe Bildtapete wurde in den Jahren 2019 bis 2021 mit großem fachlichem und finanziellem Aufwand restauriert. Anschließend konnte sie an ihren ursprünglichen Bestimmungsort zurückkehren – das ehemalige Gast- beziehungsweise Schlafzimmer von König Friedrich I. von Württemberg im Schloss Dätzingen. Dorthin war sie einst von Graf Dillen direkt bei der Pariser Manufaktur bestellt worden. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts galt sie als eine der bekanntesten Panoramatapeten ihrer Zeit. Heute stellt sie ein Kulturdenkmal von herausragender kunst- und kulturhistorischer Bedeutung dar.

Um dieses wertvolle Original dauerhaft zu erhalten, ist ein wirksamer Schutz vor schädlichem Lichteinfall unerlässlich. Durch jeweils zwei Fenster an der West- und Nordseite des Raumes ist die auf Papier gedruckte Tapete dem Tageslicht ausgesetzt. Vor allem die ultraviolette Strahlung sowie die Lichtintensität können langfristig zu einem Verblassen der Farben und zu Schäden am empfindlichen Papier führen.

Der Förderverein Schloss Dätzingen hat diese Gefährdung frühzeitig erkannt und sich für geeignete Schutzmaßnahmen eingesetzt.

Fachlich beraten wurde der Verein dabei von Jochen Ansel vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg, der bereits die Restaurierung der Tapete begleitet hatte. Die ausgewählten Silverscreen-Gewebe der Firma Durach in Leutkirch, einem auf hochwertigen Sonnenschutz spezialisierten Unternehmen erreichen einen Solarreflexionsgrad von bis zu 85 Prozent. Dadurch wird die Lichtbelastung für die historische Tapete deutlich reduziert, ohne den Raumeindruck wesentlich zu beeinträchtigen. Gleichzeitig bleibt der Blick nach außen weitgehend erhalten.

Inzwischen hat das Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg dem Antrag auf die Umsetzung dieser denkmalgerechten Schutzmaßnahme zugestimmt. Damit ist ein weiterer wichtiger Schritt zum langfristigen Erhalt dieser einzigartigen Panoramatapete erfolgt.

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